Klinik-Filme

      

Verwirrt und krank?

 

Auch wer alt ist und verwirrt, wird vielleicht einmal krank und muss in die Klinik. Und dann beginnt nicht selten eine Leidenszeit: Für die Patienten, die in der fremden Umgebung zusätzlich verwirrt sind: Sie verstehen die Abläufe nicht, wissen mitunter nicht, wo sie sind, geschweige denn, was mit ihnen gemacht werden soll. Eine Leidenszeit auch fürs Personal: Ihm fehlt die Zeit, sich um die besonders hilfebedürftigen Patienten zu kümmern; oft fehlen ihm auch die notwendigen Kenntnisse.

 

In einigen Kliniken können Sie sehen, dass es auch anders geht. In Hamburg zum Beispiel im Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf. Dort gibt es die Station DAVID – für Menschen mit einer internistischen Erkrankung und zusätzlich einer Demenz. Die Patienten werden also nicht wegen, sondern mit ihrer Demenz behandelt. Die Pflegekräfte sind geschult und haben mehr Zeit – die Ärzte auch.

 

Auf dieser Station haben wir einen kurzen Film gedreht:

 

Medizin für Menschen mit Demenz

 

Machen Sie sich ein Bild vom Klinik-Alltag der verwirrten Alten, sehen Sie, wie Schwester Svenja, Ärztinnen und Ärzte mit ihren betagten Patienten umgehen.

 

Beatrice S. Mayer hat wieder gedreht, Timo Selengia den Ton besorgt, Frank Wörler den Schnitt und der Schauspieler Stephan Schwartz war wieder unser Sprecher.

 

Zu sehen ist der Film auf der Seite des Evangelischen Krankenhauses Alsterdorf:

http://www.evangelisches-krankenhaus-alsterdorf.de/fachbereiche/innere-medizin/station-david/

 

 

 

In Kliniken kann viel passieren, wie die Meldung von AFP am 21.08.2014 zeigt:

 

"Falsche Patientin am Herzen operiert"

"Wie die Mediclinic in der Stadt Kimberley mitteilte, gab es während eines Telefongesprächs zwischen zwei Spezialisten ein "Missverständnis". Daraufhin landete eine an einer Atemwegsentzündung leidende 83-jährige Patientin auf dem Operationstisch des Herzchirurgen. Der Kollege hatte ihren Namen mit dem eines anderen Patienten verwechselt, den Irrtum aber erst bemerkt, als die OP bereits lief.

Die Frau überstand den Eingriff gut, wie die Mediclinic mitteilte. Das Krankenhaus und die Ärzte entschuldigten sich für den Vorfall. Sie hätten "konstruktive Diskussionen" mit der Patientin und ihrer Familie geführt."

 

 

Vermeidbare Fehler in Kliniken? Aufklärung durch Filme!

 

19.000 Patienten sterben pro Jahr in Deutschen Kliniken durch Behandlungsfehler, meldet im Januar 2014 die AOK. Das Ergebnis einer Studie: Unter anderem komme es zu Verwechslungen und falscher Dosierung von Medikamenten. Kritischer Punkt ist die Hygiene.

 

Auch vor der Veröffentlichung dieser Studie haben Beschäftigte in Kliniken berichtet, ihre Patienten seien verunsichert: Sie haben Angst, sich mit so genannten Krankenhauskeimen anzustecken, fürchten, sie könnten im Operationssaal verwechselt werden, oder es werde ein falsches Körperteil operiert.

 

Die Patienten waren noch nie so sicher in ihren Kliniken, sind Ärzte und Pflegekräfte überzeugt – trotz der gemeldeten Vorfälle. Sie befürworten einen offenen Umgang mit Fehlern, um aus ihnen zu lernen, und sind auf der Suche nach möglichen Risiken, um sie  zu vermeiden. Dabei hilft ihnen Dr. Peter Gausmann von der Gesellschaft für Risikoberatung. Er analysiert gemeinsam mit ihnen die Abläufe, identifiziert Gefahrenquellen und macht Vorschläge für mehr Sicherheit.

 

Die Patienten waren noch nie so verunsichert, stellen Pflegekräfte und Ärzte ebenfalls Tag für Tag in Gesprächen mit ihnen und den Angehörigen fest. Und tun deshalb auch etwas gegen die Verunsicherung: Einige Kliniken haben Informationsfilme von mir produzieren lassen, zu sehen im hauseigenen Patienten-TV und im Internet.

 

Ich zeige in Informationsfilmen für Patienten

-     wie Alle, die Patienten anfassen, sich jedes mal vorher die Hände desinfizieren

-    wie bei einer stationären Aufnahme geprüft wird, ob der so genannte MRSA-Keim festzustellen ist

-      wie das Personal Patienten mit derartigen Keimen und Patienten mit einem geschwächten Immunsystem besonders schützt

-      wie der Arzt beim Aufklärungsgespräch die zu operierende Stelle kennzeichnet und die Kolleginnen und Kollegen vor dem Eingriff diese Markierung Eingriff prüfen

-    wie in geradezu ritualisierter Form die Patienten mehrmals gefragt werden, wie sie heißen und wie alt sie sind, damit sie nicht in einem falschen Operationssaal landen

-     wie Alles, was das Team für die Operation benutzt, von der Nadel bis zum Tupfer, von der Kompresse bis zum Skalpell, gezählt wird – vorher, zwischendurch und vor dem Ende des Eingriffs

-       durch welche Maßnahmen die Pflegekräfte dafür sorgen, dass die Patienten nur die Medikamente erhalten, die für sie verordnet sind - in der richtigen Dosierung

 

 

Einige Beispiele:

 

Steirische Kliniken Graz  http://www.kages.at/cms/beitrag/10314548/9320735

 

Krankenhaus Idar-Obersteinhttp://www.krankenhaus-idar-oberstein.de, klicken Sie an: "Alles für Ihre Sicherheit"!

 

Klinikum Altenburger Land in Altenburg/Thüringen. Für ihre Aktion zur Patientensicherheit mit meinem Film ist die Klinik bereits zweimal ausgezeichnet worden.

http://www.klinikum-altenburgerland.de/kkhabg/Patienten-Info/Patientensicherheit.html

 

Evangelischer Krankenhausverbund Herne/Castrop-Rauxel

http://www.evkhg-herne.de/index.php?id=601

 

St. Bonifatius-Hospital Lingen/Ems.http://www.bonifatius-hospital-lingen.de/unternehmen/aktuelles/boni-im-video/boni-im-video.html

 

 

IHR KIND IST SICHER BEI UNS!

Neuer Informationsfilm in Osnabrücker Kinderklinik vorgestellt

 

Erst sollten alle Mitarbeiterinnen der Kinderklinik und ihre Kollegen den Film sehen, dann die Patienten und die breite Öffentlichkeit. Jetzt steht er im Netz.

 

Aufgegriffen haben wir diesmal die Ängste, die Eltern und Großeltern haben, wenn ein Kind in die Klinik muss. Pflegekräften und Ärzten ausgeliefert zu sein, beunruhigt viele Menschen, erst recht die Vorstellung, ihnen ihr Kind anzuvertrauen.

 

Zwar waren Patienten im Krankenhaus noch nie so sicher wie heute, aber auch noch nie so verunsichert. Überall – so eine oft geäußerte Befürchtung – lauern unheilvolle Keime, verwechseln chaotische Mitarbeiter die Patienten, operieren sie das falsche Körperteil und vergessen Tupfer im geöffneten Bauch. Horrorgeschichten, an denen in den meisten Fällen zum Glück nichts dran ist.

 

Sicherheit bringen die geradezu ritualisierten Abläufe: Es mutet seltsam an, wenn ein Patient, der gut bekannt sein sollte, zum wiederholten Mal nach seinem Namen gefragt wird. Wenn das Team vor Beginn der Operation innehält und sich nochmal vergewissert, wer am Tisch steht, wer darauf liegt und was genau an welcher Stelle gemacht werden soll. Alles, was mit dem Patienten im Operationssaal in Berührung kommt, wird akribisch gezählt und eine zweite Person zählt mit; vorher, zwischendurch und bevor die Chirurgen anfangen zu nähen.

 

Und dann die Keime. Natürlich gibt es sie – und Profis wissen mit ihnen umzugehen. Fast mutet es an, als hätten sie einen Waschzwang, sind sie doch ständig dabei, sich die Hände zu desinfizieren, immer, bevor sie einen Patienten anfassen.

 

All das zeigen wir im Christlichen Kinderhospital Osnabrück. Von der Aufnahme über das Arztgespräch, die Operation und die Intensivstation bis zum Spielzimmer für die Kinder, denen es wieder besser geht.

Sehen Sie selbst: 

http://www.christliches-kinderhospital.de/unsere-klinik/klinikfilm.html

 

Lesen Sie dazu den Artikel von Natalie Montag in der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 22. März 2014:

 

Artikel NOZ Osnabrück-Film.pdf
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Noch ein Preis für den Patienteninformationsfilm

Im Herbst 2012 hatte es schon einen zweiten Preis beim KommGe-Award gegeben, dem Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft in Hamburg. Kurz danach  war das Klinikum Altenburger Land wieder erfolgreich: Beim Golden Helix Award. Gewürdigt wurden die Erfolge im Bemühen, die Qualitätsstandards im Gesundheitswesen zu erhöhen, eben mit der Kampagne zur Patientensicherheit.

 

Die Pressemeldung dazu lesen Sie hier:

50-12 Golden Helix Award.doc
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Am 14. September 2011 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik ihn als erste gesehen: den neuen Film über die Patientensicherheit im Klinikum Altenburger Land. Dazu die Meldung aus "ABG-Net.de":

 

Altenburg. Ein Film über Patientensicherheit wird voraussichtlich ab Mitte Oktober regelmäßig im Patienten - Kanal KIK im Klinikum Altenburger Land zu sehen sein.

 

Die Dreharbeiten dazu fanden im Klinikum selbst im Sommer statt. Mit großem Engagement haben Mit- arbeiter und Patienten des Klinikums die Aufnahmen begleitet. Der Film wurde unter Leitung von Burkhard Plemper, einem Journalisten, der schon viele Sozial- und Kranken- hausreportagen für den NDR gemacht hat, gedreht.


Ein Krankenhausaufenthalt wird oft mit Angst verbunden. Es ist meistens eine ganz unbestimmte Angst vor Gefahren, weil sich Patienten hilflos fühlen oder von öffentlichen Diskussionen verunsichert werden. „Und das, obwohl die Versorgung von Patienten in deutschen Krankenhäusern immer sicherer wird.“ berichtet Dr. Peter Gausmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Risiko-Beratung mbH aus Detmold, zur Vorstellung des Films vor Mitarbeitern des Klinikums. Dr. Gausmann befasst sich seit über 15 Jahren mit Schadens-ereignissen in Krankenhäusern. „Das Klinikum Altenburger Land ist das erste Haus in Deutschland, das den Mut hat, sich so den Patienten zu präsentieren.“ schätzt Dr. Gausmann das Vorhaben ein.

 

Es ist für Krankenhäuser eine Gratwanderung, einerseits die Patienten über die Sicherungsmaßnahmen zu unterrichten, andererseits aber auch, die Patienten damit nicht zu verunsichern.

 

Und genau dazu soll der Film dienen. Hier werden Szenen gezeigt, wie sie jedem Patienten im Krankenhaus begegnen. Diese Abläufe kann und soll der Patient hinterfragen, z.B. habe ich die richtigen Medikamente erhalten, habe ich das richtige Essen bekommen oder wurden sich die Hände desinfiziert vor der Behandlung?

 

Die Mitarbeiter des Klinikums waren zur Premiere des Films eingeladen, um ihn gemeinsam mit Dr. Gausmann, Burkhard Plemper und der Geschäftsführung zu diskutieren.

 

„Der Film ist eine positive Herausforderung an alle, die mit den Patienten arbeiten, stellte Christine Seeger, stellvertretende Pflegedienstdirektorin und Hygieneschwester fest. Darum soll jeder Mitarbeiter den Film gesehen haben, ehe er im Patientenkanal KIK ausgestrahlt wird.

 

Christine Helbig, Öffentlichkeitsarbeit

 

 

Das stand in der Thüringer Allgemeinen. Zitat:

 

"Klinikum Altenburger Land zeigt Film zu Patientensicherheit

  • Neuer Patienten-Film im Klinikum Altenburg. Neuer Patienten-Film im Klinikum Altenburg.
Der Geschäftsführer der Gesellschaft für Risikoberatung, Dr. Peter Gausmann, ist sich sicher: An noch keinem Krankenhaus Deutschlands gibt es ein vergleichbares Projekt. Das Klinikum Altenburger Land zeigt ab Mitte Oktober regelmäßig im Patientenkanal einen Film zur Patientensicherheit.
Altenburg. Acht Minuten ist der Streifen lang und führt vor, was Patienten nicht zu sehen bekommen, was sie gefragt werden sollten und welche Formalien einzuhalten sind."
  • Diätassistentin Heike Rose Diätassistentin Heike Rose
 
Martin Gerlach führt weiter aus:
 
"Mit dem Film soll unter anderem gezeigt werden, dass "der Patient auch selbst auf seine Sicherheit achten kann", sagt Klinikum-Geschäftsführerin Dr. Gundula Werner. Zudem sollen die Aufnahmen den Patienten Vertrauen vermitteln. Die Idee für den Film sei an die Klinik herangetragen worden. Im Mai wurden zwei Tage lang Ärzte und Schwestern der Einrichtung von TV-Journalist Burkhard Plemper gefilmt. "Wir wurden sehr gut beim Personal aufgenommen", sagt Plemper nach der Filmpremiere, zu der auch einige Protagonisten kamen."
  • TV-Journalist Burkhard Plemper TV-Journalist Burkhard Plemper
Weiter geht's:
 
""Mit dem Film reagieren wir auf einen Trend", sagt Gausmann. Zwar seien Krankenhäuser in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden, doch die Empfindung der Patienten zeige eine gegenteiligen Tendenz. "Die Patienten fühlen sich in Krankenhäusern zunehmend unsicher", so Gausmann weiter. Und so zeigt der Film beginnend bei der Anmeldung im Krankenhaus Behandlungsabläufe und Blicke hinter die Kulissen. Was passiert im Aufwachraum? Wie wird dafür gesorgt, dass beispielsweise die korrekte Operation durchgeführt wird und Identitäten von Patienten nicht verwechselt werden?
 
Warum es derlei Hinweise in Videoform nicht schon längst an anderen Krankenhäusern gibt, könne sich Gausmann nicht erklären. "Eigentlich liegt es doch auf der Hand", da der Film auf einfache Art informiere, sagt er und rechnet damit, dass nun weitere Krankenhäuser nachziehen. Dabei schließt er aus, dass der Altenburger Film auch an anderen Kliniken gezeigt wird. Schließlich spiele der Wiedererkennungswert eine Rolle. Die Menschen, so Gausmann, bemerken wo der Film gedreht wurde und sie freuen sich, wenn sie das Krankenhauspersonal später im Krankenhaus sehen.
  • OP-Managerin Silvia Gerling OP-Managerin Silvia Gerling
Dazu gehört Heike Rose. Sie ist Diätassistentin am Klinikum Altenburger Land und wurde bei der Beratung eines Patienten gefilmt. Sechs Mal wurde die Szene gedreht die beste war dann die erste, erinnert sich Rose. Bis der Film den Patienten gezeigt wird, sollte er möglichst von sämtlichen Mitarbeitern gesehen werden, sagt Geschäftsführerin Werner. Dafür erhalten die Mitarbeiter USB-Sticks, um den Streifen gegebenenfalls auch zu Hause anschauen zu können."

berichtet Martin Gerlach am 16.09.11 in der Thüringer Allgemeinen