Aktuell

Das Ultimatum der Hamburger Hochbahn hat bisher leider nichts bewirkt.
Das Ultimatum der Hamburger Hochbahn hat bisher leider nichts bewirkt.

 

Und nochmal Armut

Für Dr. med. Mabuse. Zeitschrift für alle Gesundheitsberufe habe ich das Thema Armut und Demenz nochmal aufgegriffen, Ausgabe 258, 4. Quartal 2022, gerade erschienen:

Manchmal ist erstaunlich, wonach niemand fragt, auch wenn sich die Frage geradezu aufdrängt. Demenz ist zweifellos ein Thema, Armut auch. Aber die Frage, wie sich das eine Phänomen auf das andere möglicherweise auswirkt, scheint niemanden zu interessieren…

Ab Seite 70 der aktuellen Ausgabe lesen Sie mehr:

Den Blick weiten. Armut und Demenz – was wissen wir?

Informationen dazu gibt es auf der Website des Verlags:

https://www.mabuse-verlag.de/mabuse/mabuse-buchversand/dr-med-mabuse-nr-258-4-2022-pflege_pid_133_57162.html?_ref=spot4&url=%2FDr-med-Mabuse%2FEinzelausgaben%2F

 


Mein dreistündiges Feature ist wiederholt worden:

Die Angst vor dem Vergessen.

Eine Lange Nacht über Demenz

Samstag, 08. Oktober 2022, 00.05 – 03.00 Uhr

Deutschlandfunk Kultur und

Samstag, 08. Oktober 2022, 23.05 Uhr

Deutschlandfunk

Es scheint so ziemlich das Schlimmste zu sein, das einem alt werdenden Menschen passieren kann: Demenz. Die Angst vor dem Vergessen greift um sich. Wer es bemerkt, zieht sich zurück, aus Scham und voller Angst, aus der Rolle zu fallen. Angehörige trifft es genauso wie den, der sich nicht mehr erinnert, was im Moment zuvor geschehen ist.

Was ist daran so furchtbar? Burkhard Plemper hat Menschen mit Demenz getroffen und mit ihnen, mit Angehörigen, Pflegekräften, Ärzten, Wissenschaftlern, Polizisten und vielen Anderen gesprochen. Er war im Heim und im berühmten Demenzdorf De Hogeweyk in Holland, hat auf einem Kongress gehört, wie sich Menschen mit Demenz selbstbewusst zu Wort melden. In der Langen Nacht können Sie miterleben, wie in einer Kleinstadt Nachbarn dafür sorgen, dass Angehörige entlastet werden und in einer demenzfreundlichen Kommune der Bürgermeister die Sorge für die Betroffenen zu seiner Sache macht.

Der Autor geht der Frage nach, welche Horror-Bilder wir im Kopf haben und was Literatur und Theater dagegen tun können. Ein gutes Leben mit Demenz ist möglich. Das sagen Fachleute, die nicht länger darum streiten wollen, ob dieses Phänomen des Alterns eine Krankheit ist, sondern sich Gedanken machen, wie man damit lebt.

Und wenn es nicht mehr geht in der eigenen Wohnung und auch nicht bei den Kindern? Wenn die Pflege immer wichtiger wird? Dann gibt es noch die Wohngemeinschaften. Auch die besuchen wir. In der Langen Nacht der Demenz.

Informationen zur Sendung und das Manuskript zum Download finden Sie auf der Seite des Deutschlandfunks unter dieser Adresse:

 

 

Armut und Demenz – kein Interesse?

 

Unter diesem Titel hatte ich der Deutschen Alzheimer Gesellschaft einen Vortrag für den Alzheimerkongress 2022 in Mühlheim/R. angeboten. Das ist das eingereichte abstract:

Menschen mit Demenz – mittendrin und dabei? Selbstverständlich. Aber gilt das für alle Menschen mit Demenz? Was ist mit denen, die vor ihrer Demenz in Armut lebten? Der früheren Supermarkt-Kassiererin mit Grundsicherung geht es nun mal nicht so gut wie dem ehemaligen Oberstudienrat mit seiner Pension. Warum reden wir nicht darüber? Armut im Zusammenhang mit Demenz wird thematisiert, wenn es um die drohende (Alters-)Armut Sorge tragender, vor allem pflegender Angehöriger geht. Und Menschen mit Demenz selbst?

Es geht nicht nur um den Zugang armer Menschen zu Leistungen des Versorgungssystems, sondern um die Frage, wie Armut die gesellschaftliche Teilhabe im Alter behindert. Dienstleistungen muss man sich leisten können, am kulturellen Leben teilzunehmen ist für Menschen mit geringem Einkommen schwierig. Und was bedeutet Armut für das Verständnis einer dementiellen Entwicklung, was für den Umgang damit, was für die sog. Coping-Strategien, was für das Umfeld?

Warum macht niemand die Einkommenssituation von Menschen mit Demenz zum Thema? Irrelevant? Zu schwierig zu erheben? Nicht sexy genug, um sich in Forscherkreisen einen Namen zu machen?

Wir müssen darüber reden. Ich habe Fachleute interviewt, die Armut im Zusammenhang mit Demenz für ein wichtiges Thema halten und Forschungen dazu anmahnen. Geredet haben wir über verschiedene Aspekte, von sozialen Gegebenheiten, die im Verdacht stehen, eine Demenz zu begünstigen, über die die Hindernisse, in Armut mit einer Demenz gut zu leben, bis hin zur Forderung, die Alten müssten eben Resilienz entwickeln, wenn die Verhältnisse schlecht sind.

Die Ergebnisse habe ich im Demenz-Magazin präsentiert – Heft 52/2022 Armut und Demenz: Was ist da los? www.demenz-magazin.de

 

Die Antwort:

… wir bedanken uns für Ihr Abstract.

Armut und Demenz - kein Interesse? (A-146)

Bedauerlicherweise müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihren Beitrag aufgrund der Vielzahl der Einreichungen diesmal nicht berücksichtigen können.

Die von mir gewählte Überschrift war also genau richtig.

 

 

Die polizeiliche Eskalation der Migrationspolitik

Nach der Veranstaltung kommt das Interview: Den Rechtsanwalt und Aktivisten Achim Rollhäuser habe ich auf einer Veranstaltung in Hamburg zu Wort kommen lassen und später ein Gespräch mit ihm geführt. Es ging um die Pushback-Praxis an der griechischen EU-Außengrenze. Rollhäuser verfolgt die Entwicklung, interveniert juristisch und sorgt vor allem für öffentliche Aufmerksamkeit. So auch im Interview für die hlz – Zeitschrift der GEW Hamburg 7-8/2022, S. 74 – 77.

Die polizeiliche Eskalation der Migrationspolitik. Im Internet:

https://www.gew-hamburg.de/sites/default/files/hlz/ausgaben/2206-01_hlz_juliaugust2022_web.pdf

 

 

Zeitenwende? Zwischen Krisen und Hoffnungen auf Veränderung so ist das aktuelle Demenz-Magazin überschrieben. Es geht um Demenz, Kriegserinnerungen, Traumata.

Zu diesem Thema habe ich mit Prof. Dr. med. Martin Teising ein Interview geführt. Er ist Psychiater, Psychoanalytiker und Psychotherapeut, hat u. a. an der Universität Kassel mit dem Nestor der deutschen Alterspsychotherapie Hartmut Radebold zusammengearbeitet. Geredet haben wir Über Traumatisierungen und ihre möglichen Folgen.

Heft 54/2022, gerade - September 2022 - erschienen. www.demenz-magazin.de

 

Demenz und Armut – Armut und Demenz

Zu dem Thema habe ich für die örtliche Alzheimer Gesellschaft einen Vortrag gehalten am

21. September 2022, dem Weltalzheimertag in der Begegnungsstätte der AWO Gelsenkirchen. Das Motto der Veranstaltung:

Auf dem Weg in ein demenzfreundliches Gelsenkirchen.

info: https://www.alzheimer-gelsenkirchen.de/aktuelles/

 

 

Resonanz und Begegnung

war eine Tagung des Landesmusikrats Hamburg am 16./17. September 2022 überschrieben. Die Veranstalter stellten fest: Musik zeigt Wirkung bei Demenz. Deshalb war ich als Mitglied im Vorstand der Aktion Demenz zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Es ging darum, eine Bundesinitiative Musik und Demenz auf den Weg zu bringen.

„Ziel ist es, in ganz Deutschland bedarfsgerechte musiktherapeutische, musikgeragogische und musikalisch-künstlerische Angebote für Menschen mit Demenz nachhaltig sicherzustellen“ haben die Veranstalter*innen auf ihre Website geschrieben. Mir ist die Teilhabe wichtig von Menschen, die Musik machen, gemacht haben oder machen wollen – auch wenn sie Zeichen einer zunehmenden Verwirrtheit zeigen.

 

Hier bekommen Sie weitere Informationen: https://www.lmr-hh.de/wp-content/uploads/2022/06/FT_Musik_und_Demenz_InfoProgrammu%CC%88bersicht_220905.pdf

 

Sozialwissenschaftliche Kriminologie in Hamburg

Im Wintersemester 2022/23 werde ich an einer Veranstaltungsreihe Hamburger Sozialwissenschaftlicher Kriminolog*innen beteiligt sein. Der Einladungsflyer mit Informationen folgt hier:

https://criminologia.de/2022/09/vortragsreihe-sozialwissenschaftliche-perspektiven-auf-instanzen-sozialer-kontrolle/

Hier sind die Informationen als Datei zum Download:

Flyer_VorlesungsreiheLPS_WS22-23_mit Ein
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Neulich im Museum

Museum für was? werde ich häufig gefragt, wenn ich das Museum für Sepulkralkultur erwähne, in Kassel, „dem Themenfeld Sterben, Tod, Bestattung, Trauer und Gedenken gewidmet“. (https://www.sepulkralmuseum.de/museum/museum-fuer-sepulkralkultur/leitbild). Die Frage kann ich verstehen, hatte ich mir doch zuvor nie klar gemacht, dass sich für diesen Bereich nicht nur Soziologen, Psychologen, Theologen interessieren, sondern es einen ganzen Forschungszweig der Sepulkralkultur gibt – im Rahmen der Empirischen Kulturwissenschaft. Und darüber hinaus.

 

Ein halbes Jahr lang hat das Museums-Team eine beeindruckende Ausstellung über Suizid gezeigt, ein Thema, das vielleicht nicht mehr so tabuisiert ist wie früher, über das wir aber nur ungern sprechen, auch weil wir nicht wissen, was wir dazu sagen sollen. Anders als das Stichwort Sepulkralkultur vermuten lässt, ging es nicht um die Frage, warum Menschen, die sich das Leben genommen haben, außerhalb katholischer Friedhöfe beerdigt und noch nachträglich und symbolisch durch Exkommunikation aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen wurden. (Interessant dazu: https://www.katholisch.de/video/25854-begraebnis-bei-selbstmord-klartext). Übrigens benutzen Fachleute nicht mehr den abwertenden Begriff Selbstmord – es liegen ja auch keine niederen Beweggründe vor, die ein Kriterium dafür sind, eine Tötung als Mord zu deklarieren (§ 211 StGB). Vielmehr sprechen sie vom Suizid – was bloß eine andere Vokabel wäre, wenn dahinter nicht auch ein anderes Verständnis des Phänomens stünde. Suizid. Let’s talk about it! war die unmissverständliche Aufforderung im Kasseler Museum, sich damit auseinanderzusetzen.  

 

Es ging um Haltung, um Erklärungsversuche und um Fakten. Also um die abnehmende Zahl der Suizide in Deutschland – gut 9.000 waren es im Jahr 2020 –, um die Methoden, sich das Leben zu nehmen, und vor allem um die Art und Weise, darüber zu reden. Sind diese Menschen zu verurteilen, wie es etwa in der katholischen Kirche üblich war, sind sie Opfer ihrer Lebensumstände, lässt ihr Handeln auf ein medizinisches Problem schließen, oder ist es ein letztes Zeichen von Selbstbestimmung – auch über das Ende des Lebens? Die Fragen – und noch viele andere – wurden in einer Reihe von spannenden Abend-Veranstaltungen erörtert, endlich wieder in Präsenz; Pech für diejenigen, die nicht dabei sein konnten. Es gibt nur einige Mitschnitt im Archiv. Dafür aber links zu interessanten Interviews rund um die Ausstellung (https://www.sepulkralmuseum.de/ausstellungen/archiv/suizid--lets-talk-about-it:suizid--lets-talk-about-it-digital)

 

Das Beste: Viele der vorgebrachten Argumente sind im gleichnamigen Reader Suizid. Let‘s talk about it nachzulesen. Und der ist sehr zu empfehlen! (Pöschmann, D./ Ahle, T./Lindner, R. (Hg.) (2021), Suizid. Let’s talk about it. Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur. Bielefeld/Berlin: Kerber Verlag) Auf über 350 Seiten beleuchten Fachleute aus unterschiedlichen Perspektiven unseren Umgang mit Suiziden und Suizidalität. Einerseits unaufgeregt und nüchtern, andererseits – und das ist die Voraussetzung, sich dem Thema angemessen zu nähern – voller Empathie und Verständnis für die Situation derjenigen, die darunter leiden: An- und Zugehörige, Menschen, die zurückgeblieben sind, die Beweggründe nicht verstehen, sich gar Vorwürfe machen. Es ist kein Ratgeberbuch mit wohlfeilen Ratschlägen, aber auch diejenigen kommen zu Wort, die Hilfe anbieten für Menschen, die nicht mehr weiterwissen, und denen helfen, die von ihrer Trauer überwältigt sind. Einige Fachleute waren auch beim großen internationalen Symposion dabei, Ende Januar, online. (https://www.sepulkralmuseum.de/ausstellungen/archiv/suizid--lets-talk-about-it:suizid--lets-talk-about-it-digital) Ich habe einige Aspekte für Friedhof und Denkmal. Zeitschrift für Sepulkralkultur kurz zusammengefasst (Heft 1/2-2022) – zu diesem wichtigen Thema, über das wir reden müssen.

 

 

Armut und Demenz

Ab und an gebe ich als Gast eine Ausgabe der Zeitschrift demenz. DAS MAGAZIN heraus.

Nach der Ausgabe 50/2021 Demenz vorhersagen: Was wollen wir wissen? nun das Heft 52/2022 Armut und Demenz: Was ist da los?

 

Warum macht niemand die Einkommenssituation von Menschen mit Demenz zum Thema? habe ich mich gefragt. Irrelevant? Zu schwierig zu erheben? Nicht sexy genug, um sich in Forscher-kreisen einen Namen zu machen? Wir müssen darüber reden.

Ich habe Fachleuten interviewt, die Armut im Zusammenhang mit Demenz für ein wichtiges Thema halten und Forschungen dazu anmahnen. Geredet haben wir über verschiedene Aspekte, von sozialen Gegebenheiten, die im Verdacht stehen, eine Demenz zu begünstigen, über die die Hindernisse, in Armut mit einer Demenz gut zu leben, bis hin zur Forderung, die Alten müssten eben Resilienz entwickeln, wenn die Verhältnisse schlecht sind.

 

 

Das Heft bekommen Sie beim Verlag: www.demenz-magazin.de

 

 

Fritz Bringmann

Vor 104 Jahren, am 9. Februar 1918, in Lübeck geboren: Fritz Bringmann.

Fritz Wer? fragen sich vielleicht manche. Ich kann ihnen helfen – mit der Erinnerung an ein Gespräch, das ich im Jahr 2005 mit ihm führen konnte, sechs Jahre, bevor er gestorben ist. Ein paar Stichworte: Antifaschistische Familie, KZ, Befreiung, Ehrenpräsident der Amicale Internationale, der Organisation ehemaliger Häftlinge. Fürs Begleitprogramm der Inszenierung Puppe Hoffnung von Eva Borcherding habe ich ihn interviewt. Sie finden es auf der Website http://www.puppe-hoffnung.de/material/gespraech.html. Oder hier:

 

Bringmann.pdf
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Vielfalt im Leben - und in der Pflege?

 

Dreharbeiten bei Holger und Michael. Foto: Plemper
Dreharbeiten bei Holger und Michael. Foto: Plemper

Vielfalt im Leben, Vielfalt auch in der Pflege – darum ging es am 11. November ‘21 auf einem Fachtag in Hamburg. Denn auch Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente, intergeschlechtliche und queere Menschen – zusammengefasst als LSBTIQ – werden alt.

 

Holger und Michael, beide über siebzig, seit über vierzig Jahren ein Paar, verheiratet. Michael hat eine fortschreitende Demenz entwickelt. Ist die Aussicht auf eine eventuelle spätere Pflegebedürftigkeit schon erschreckend, so kommt bei ihnen hinzu, dass es in Hamburg keine spezielle Wohn- und Betreuungs-möglichkeit für den bald pflegebedürftigen Mann gibt. In einer Situation erhöhter Verletzbarkeit – alt und gebrechlich – wollen sich schwule Männer nicht auch noch gegen Unverständnis, Diskriminierung und Anfeindungen wehren müssen.

 

Für einen Beitrag im Regionalprogramm des NDR habe ich das schwule Paar besucht, der Pflegeexperte Dr. Heiko Gerlach kommt ebenfalls zu Wort. Der Film – 2:30 – ist bis zum 21.05.22. in der Mediathek des NDR zu sehen:

 

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Pflege-Angebote-fuer-Homosexuelle-und-queere-Menschen-fehlen,hamj116074.html

 

Der Fachtag der Koordinationsstelle für Wohn-Pflege-Gemeinschaften ist dokumentiert. Die Dokumentation finden Sie hier:

 

https://koordination-wohn-pflege-gemeinschaften.hamburg/veranstaltung/lsbtiq-leben-wohnen-und-pflegen-in-hamburg/

 

 

 

 

WHO-Bericht –

Zahl der Demenzkranken steigt weltweit rasant

 

Das meldet am 2. September 2021 der Deutschlandfunk. Ihre Zahl soll bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent zunehmen – darauf seien die meisten Länder nur ungenügend vorbereitet. Die Welt lasse Menschen mit Demenz im Stich; die bräuchten mehr Unterstützung für ein Leben in Würde.

 (https://www.deutschlandfunk.de/who-bericht-zahl-der-demenzkranken-steigt-weltweit-rasant.1939.de.html?drn:news_id=1297295)

 

Ist es da nicht naheliegend, beizeiten festzustellen, wen es einmal treffen wird? Man mag es verlockend finden, mittels eines Bluttests herauszufinden, ob ein Risiko besteht, in zehn, fünfzehn Jahren eine Demenz vom Typ Alzheimer zu entwickeln.

 

Vorhersage - Was soll das?

 

Was ist die Konsequenz, wenn es kein wirksames Heilmittel gibt und nicht einmal die Ursache geklärt ist?

 

Diese Frage habe ich als Gast-Herausgeber der Zeitschrift Demenz. Das Magazin einer Reihe von Fachleuten gestellt. Das Heft Nr. 50 Demenzvorhersage: Was wollen wir wissen? Ist gerade erschienen.

 

Der Entwickler eines Testverfahrens kommt zu Wort, der Neurowissenschaftler, der nicht viel davon hält, Menschen ohne Symptome mit einer solchen Untersuchung in Panik zu versetzen. Der Psychiater erklärt die Angst vor Demenz – bis hin zum Suizid, der Datenschützer sieht Risiken im leichtfertigen Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten und die Ethikerin berichtet aus ihrem Forschungsprojekt über die Konflikte, die sich daraus ergeben. Natürlich kommen Menschen mit Demenz zu Wort und die Witwe eines Mannes, dessen Leben nach der Diagnose schwer genug war. Sie mögen sich nicht vorstellen, wie ihr früheres Leben ausgesehen hätte – bei guter Gesundheit mit der Aussage konfrontiert zu sein, später einmal Symptome einer Demenz zu zeigen…  

 

Das alles und noch viel mehr gibt es in Demenz. Das Magazin, Ausgabe 50. Informationen:

https://www.demenz-magazin.de/ausgaben-themen/einzelhefte/#productID

 

 

 

Neuer Aufsatz

Ich hatte es mir so schön vorgestellt: Universität Zürich, Tagung zum Thema Selbstsorge bei Demenz, veranstaltet vom Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft und der Professur für Spiritual Care der Theologischen Fakultät. Ich war eingeladen für einen Vortrag. Thema: Für-, Vor- oder Selbst-? Kritische Anmerkungen zur Sorge. Geplant für Mai 2020, kurzfristig verschoben auf Mai 2021, inzwischen abgesagt. Aber die Arbeit war nicht vergeblich: Der Tagungsband ist gerade erschienen.

 

Zimmermann, H-P./ Peng-Keller, S. (Hg.) (2021),

Selbstsorge bei Demenz. Alltag, Würde, Spiritualität,

Frankfurt: Campus.

Das Buch erhalten Sie im Buchhandel oder beim Verlag. Der Preis: 39,95 €.

Kleiner Vorgeschmack aus meinem Aufsatz:

Nun also die Selbstsorge. Endlich mögen die einen sagen, endlich werden Menschen mit Demenz nicht mehr als Objekte einer mehr oder minder gut gemeinten Fürsorge betrachtet. Wieso Selbstsorge? fragen vielleicht andere, ist auf die Fürsorglichkeit inzwischen so wenig Verlass, dass die Menschen mit Demenz selbst für sich sorgen müssen? Können die das überhaupt? Und haben sie denn für diesen Fall vorgesorgt? Manche denken mehr oder weniger besorgt darüber nach, ob wir es uns noch lange leisten können, die zu versorgen, die unserer Sorge bedürfen (vgl. Focus Money 2019) und spekulieren vielleicht auf die Selbstsorge derer, die auf unsere Fürsorge nicht hoffen dürfen und es versäumt haben, beizeiten für diesen Fall vorzusorgen. Dazu einige Fragen und Anmerkungen. …

Mehr dazu im Buch.

 

Schon über 100.000 Aufrufe bei Youtube!

Die Sehgewohnheiten wandeln sich: Viele Interessierte sehen sich Reportagen nicht mehr an, wenn sie ausgestrahlt werden, sondern wenn es ihnen passt – in der Mediathek oder bei Youtube. Innerhalb von zwei Wochen hatten das nach der Erstausstrahlung schon über 80.000 Zuschauer getan. Hier können Sie den Film aufrufen:

https://www.youtube.com/watch?v=lOJ7PIa2uKY ODER

https://www.youtube.com/results?search_query=sch%C3%B6ne+aussicht+statt+knast

Und in der Mediathek des Hessischen Rundfunks ist mein Film auch noch abrufbar:

https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/hessenreporter/sendungen/schoene-aussicht-statt-knast,sendung-81406.html

 

Schöne Aussicht statt Knast

 

 

Ein paar Wochen hat Sergeij schon abgesessen, als er Besuch von Christian Irion bekommt. Der Sozialarbeiter der Haftentlassenenhilfe Frankfurt macht dem Gefangenen einen Vorschlag: Im Projekt Schöne Aussicht kann er seine Strafe abarbeiten, ohne Gitter, in Freiheit. Einen Platz zum Wohnen gibt es dazu. Sie werden sich schnell einig. Sergeij sitzt im Gefängnis, weil er eine Geldstrafe nicht bezahlt hat; irgendwas mit Drogen. Nun wartet er, dass die Staatsanwaltschaft seinen Antrag genehmigt.

Da ist Marco schon weiter: In der Naxos-Halle, Kulturprojekt mitten in Frankfurt, packt er an, stapelt Kartons mit Material für die Malkurse, räumt auf, wenn die vorbei sind. Er hat seine gemeinnützige Arbeit schon fast hinter sich – und Angst vor der Zeit danach. Denn seine kleine Wohnung gehört zum Projekt; er fürchtet, sie zu verlieren, wenn seine Strafarbeit erledigt ist. Und auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt hat einer wie er keine Chance.

Über 4400 Gefangene saßen am 30. September 2019 in deutschen Gefängnissen eine so genannte Ersatzfrei­heitsstrafe ab (DESTATIS, Bestand der Gefangenen und Verwahrten in deutschen Justizvollzugsanstalten – Januar bis September 2019, Zeile 12 Spalte 44). Ein Gericht hat sie wegen eines kleinen Delikts nicht zu Haft, sondern zu einer Geldstrafe verurteilt, Ladendiebstahl, Körperverletzung, Drogenbesitz und vor allem Leistungserschleichung – Schwarzfahren. Das Angebot, die Strafe in Raten zu zahlen, nützt vielen nichts: Wer auf Hartz IV angewiesen ist, hat kein Geld übrig. Und einen Arbeitstag durchzustehen, erscheint manchem unmöglich. So landen Arme hinter Gittern.

Als Hessenreporter habe Marco begleitet bei seinem Bemühen, wieder Fuß zu fassen: bei der Arbeit, beim Termin mit seinem Sozialarbeiter, beim Putzen seiner Wohnung. Und Marco zeigt, wovor er Angst hat: Wieder im Wohnheim für obdachlose Männer am Hauptbahnhof zu landen oder auf der Wiese am Mainufer. Das wäre der Horror – zurück in die Drogenszene zu müssen, die er hinter sich gelassen hat.

Schöne Aussicht statt Knast. Ein Film von Burkhard Plemper. In der Reihe Hessenreporter. Erstsendedatum: 11. Februar 2020, 21.45 Uhr Hessisches Fernsehen. Eine Woche vorher war er schon online abrufbar, jetzt in der Mediathek:

https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/hessenreporter/index.html

Weitere Wiederholungen folgen …

 

Es tut sich ‘was!

Januar 2021

Natürlich haben wir die Pandemie noch nicht hinter uns und trügerisch ist die Hoffnung, es könne bald wieder so sein wie wir die Zeit davor in Erinnerung haben. Seit dem Frühjahr des vergangenen wurden geplante Veranstaltungen erst auf den Sommer verschoben, dann auf den Herbst, bis schließlich klar war: Es wird nichts mehr auf absehbare Zeit. Aber langsam stellen wir uns auf die Situation ein: Online-Meetings ersetzen das Zusammentreffen an einem Ort.

Auch ich habe zunächst nicht viel davon gehalten, vor meinem Monitor sitzend zu moderieren. Eine Betriebsversammlung mit achthundert Beschäftigten in einer großen Sporthalle hat dagegen doch wirklich eine anregende Atmosphäre. Aber besser als nichts ist es allemal, die Beteiligten als kleine Kacheln auf dem Schirm zu und die Zahl der Zuschauer*innen oben rechts eingeblendet zu sehen. Hybrid heißt es, wenn das Podium tatsächlich eins ist – mit Maske, bis alle den zugewiesenen Platz mit Abstand eingenommen haben und miteinander ins Gespräch kommen, während das Publikum das Geschehen per Stream verfolgt. Wortmeldungen gibt es per Chat – so haben sich etliche der über achthundert Betriebsangehörigen eines großen Unternehmens mit Fragen und Kritik, Anregungen und Hinweisen eingeschaltet. Es geht auch eine Nummer kleiner: Alle sitzen an ihren heimischen Schreibtischen – kann auch im Büro sein – und sind über eine der vielen Plattformen miteinander verbunden.

Das läuft allmählich an. Wenn die Termine feststehen, finden Sie einen Hinweis auf der Seite Moderation.

 

Herbst 2020

So allmählich gewöhne ich mich an die Situation in der Pandemie mit ihren Einschränkungen. Natürlich sind so gut wie alle meine Veranstaltungen abgesagt, aber die eine oder andere Organisation oder Firma steigt um auf Online-Formate und ich moderiere vom Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer aus oder aus einem Studio. Und zu tun gibt es auch in dieser Zeit genug: Vom Schreiben am nächsten Buch oder Buchbeitrag bis hin zu Planungen fürs kommende Jahr – von denen derzeit niemand sagen kann, wie realistisch sie sind.

Wir halten durch!

 

Ohne Corona würde ich mir vielleicht ‘was darauf einbilden, in einem großen Theatersaal aus meinem Buch zu lesen und mit den Zuhörer*innen zu diskutieren. Und ich wäre enttäuscht, wenn der Saal halbleer bliebe. Genau das ist in diesen Tagen der Plan: Statt in einem kleineren Raum vor dicht besetzten Stuhlreihen mit dem Publikum auf Tuchfühlung zu gehen, ist es gewollt, dass vor, hinter und neben denen, die nicht aus einem Haushalt stammen, so viel Platz bleibt, dass die Atemluft … und so weiter, Sie kennen das.

 

Am Weltalzheimertag, 21. September, war es soweit: Lesung und Publikumsgespräch zur gesellschaftlichen Herausforderung Demenz … und nichts vergessen?! im Haus im Park der Körber-Stiftung in Hamburg-Bergedorf. 21. September 2020, 19.00 Uhr. Die Zahl der Plätze war begrenzt, eine Anmeldung erforderlich. Informationen: https://www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/und-nichts-vergessen-3042

 

Es ist ja schon etwas Besonderes, dass eine Veranstaltung überhaupt stattfindet. Die Liste derer, die abgesagt worden oder gar nicht erst geplant worden sind, ist so lang wie die Liste meiner absolvierten Termine im vergangenen Jahr. Nun warte auch ich auf Impfstoff, Immunisierung und wirksame Behandlung. Bis dahin hoffe ich auf Initiativen und Institutionen mit großen Räumen, etwas Durchzug und guter Akustik. Oder - wenn das Wetter es zulässt - auf Veranstaltungen, die ganz mutig unter freiem Himmel stattfinden. Wie am 9. Oktober auf dem Hamburger Rathausmarkt. Einen Hinweis finden Sie auf der Seite Moderation.

 

 

 

Ein kleiner Rückblick auf die Absagen ...

 

Denn das ist wohl das Einzige, worauf in diesen Tagen der Corona-Pandemie Verlass ist.

Haben die Organisatoren zunächst noch optimistisch verkündet, ihre Veranstaltungen seien verschoben auf einen späteren Termin, möglichst bald, so wird allmählich klar, dass bis in den Herbst hinein nichts gehen wird.

·       Der DGB hatte seine Mai-Demos gestrichen

·       In Wacken haben die Firefighters Ende Juli mit Wehmut an den vergangenen Metal-Summer zurückgedacht

·       Kein Folk & Blues hat in Tønder Ende August die laue Sommernacht veredelt

·       Das Oktoberfest wird als Besäufnis im eigenen Wohnzimmer stattfinden

·       Mein Vortrag Für-, Vor- oder Selbst-? Kritische Anmerkungen zur Sorge auf dem 3. Kongress Kulturwissenschaftliche Altersforschung der Universität Zürich Selbstsorge bei Demenz wird vorerst nur als Beitrag zum Tagungsband erscheinen. Der Kongress ist vom kommenden Mai auf das Jahr 2021 verschoben worden.

·       Mein für den 6. Mai in Bregenz geplanter Vortrag zur gesellschaftlichen Herausforderung Demenz wird an einem anderen Termin stattfinden.

·       Und auch das Methfesselfest ist ausgefallen! Zu hoffen ist, dass im quirligen Hamburger Stadtteil Eimsbüttel das Leben im Herbst nicht völlig zum Stillstand kommt

Wie es weitergeht? Wir werden sehen …

 

 

Dressur zur Mündigkeit? Über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung

Ein neues spannendes Buch mit erschütternden Aussagen.

Sommer 2018, Anruf von Timm Kunstreich, Soziologe, Spezialist für öffentliche Erziehung und emeritierter Professor an der Hochschule für Soziale Arbeit des Rauhen Hauses in Hamburg: Der Arbeitskreis Kritische Sozialarbeit plane ein Tribunal zur geschlossenen Unterbringung von Kindern und Jugendlichen, ob ich die Moderation und den Vorsitz der Jury übernehmen könnte? Ich konnte und habe die Aufgabe gern übernommen. Jetzt liegt die Dokumentation vor.

Im Herbst 2018 trafen sich im Rauhen Haus ehemalige Zöglinge und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen: Vom Jugendrichter bis zur Psychiaterin, von der Anwältin bis zum Erziehungswissenschaftler, von der Soziologin bis zum Pädagogen. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen, die gemacht hatte, wer in öffentlicher Erziehung untergebracht war und – gerade erwachsen – unter den Folgen leidet: Mädchen, die sich hilfesuchend ans Jugendamt gewandt hatten, Jungen, die auffällig geworden waren. Dazu Eltern, die erlebt hatten, was klischeehaft dem Jugendamt vorgeworfen wird: ihnen ihr Kind weggenommen zu haben.

Die Schilderungen, zu denen die Fachleute die Betroffenen in sensibel geführten Interviews ermunterten, haben die Vorwürfe bestätigt. Dabei ging es nicht um Fehlentscheidungen einzelner Amtspersonen, sondern um die Institution der geschlossenen Unterbringung an sich, um entwürdigende Praktiken und die Unmöglichkeit, jemanden zur Mündigkeit zu dressieren. All das ist dokumentiert in dem gerade erschienenen Buch. Anregungen, wie die gegenwärtige skandalöse Praxis zu verändern sei, gibt es natürlich auch: Nach der ersten Heimkampagne in den Sechziger Jahren, der zweiten um 1980 zur Abschaffung der geschlossenen Unterbringung wird es jetzt die Heimkampagne 3.0 geben. Zu tun gibt es genug.

Degener, L./ Kunstreich, T. et al. (2020), Dressur zur Mündigkeit? Über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung. Weinheim/Basel: Beltz/Juventa, Buch gebunden 34,95 €

 

Was wird aus der Hoffnung?

 

Das haben sich dreißig Autor*innen gefragt und Interdisziplinäre Denkanstöße für neue Formen des Miteinanders geliefert. Michaela Fink, Jonas Metzger und Anne Zulauf hatten uns eingeladen, zu Reimer Gronemeyers Achtzigstem Geburtstag über einen zentralen Punkt in dessen Wirken nachzudenken. Gronemeyer, nimmermüder Soziologieprofessor an der Universität Gießen – und auch promovierter Theologe –, stellt in seinen vielen Veröffentlichungen in den Mittelpunkt, dass wir uns um nichts weniger als die Rettung der Welt kümmern müssen. Er tut das konkret in zahlreichen Studien zur Lebenssituation der Menschen in Afrika. Ich habe ihn und seine Mit-Streiter*innen u. a. nach Namibia begleiten können, wo sie gemeinsam das Überleben in Zeiten von HIV/AIDS, von sozialen, ökonomischen und ökologischen Krisen untersuchen. Es ging und geht ihnen nicht darum, über die Menschen zu forschen, sondern gemeinsam mit ihnen Perspektiven zu entwickeln. Die sind oft durch die Besinnung auf alte Traditionen geprägt.

 

Ein weiterer Schwerpunkt Gronemeyers sind die Themen Alter, Tod und Sterben. Seit über fünfzehn Jahren arbeiten wir zum Thema Demenz zusammen: Eingeladen von der Robert-Bosch-Stiftung haben wir uns von 2004 bis 2006 Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz – so hieß das Projekt – eingesetzt. Daraus ist die Aktion Demenz entstanden, Reimer Gronemeyer ist der 1. Vorsitzende, ich bin Mitglied im Vorstand.

 

Aus diesem breiten Spektrum stammen die Beiträge, die wir ganz unterschiedlichen Autor*innen, seit langem mit Gronemeyer verbunden, zusammengetragen haben. Erfahrungen aus Afrika sind genauso dabei wie die aus unserer Gesellschaft, die wir oft als überaltert bezeichnen. Ist die Hoffnung am Ende? fragen bang die Herausgeber*innen. Es lag uns Autor*innen fern, darauf mit einem aufmunternden Nein, nicht doch! zu antworten. Wir zeigen vielmehr auf, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um Zuversicht zu ermöglichen. Dabei setzen wir uns kritisch auch mit dem Begriff selbst auseinander. Ich komme zu dem Schluss Hoffnung allein ist zu wenig! Aber lesen Sie selbst:

 

Fink, M./ Metzger, J./ Zulauf, A. (Hg.) (2019), Was wird aus der Hoffnung? Interdisziplinäre Denkanstöße für neue Formen des Miteinanders. Gießen: Psychosozial-Verlag, 362 S. 39,90 €

 

 

 

Immer wieder: Demenz!

Der Klassiker jetzt auch im Internet! 

 

Jahre war der Film über zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz nur als DVD erhältlich, jetzt haben ihn die Koordinationsstelle für Wohn-Pflegegemeinschaften und die Alzheimer Gesellschaft Hamburg ins Netz gestellt:

 

Man gibt hier keinen einfach ab!

Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz 


Kaffeeduft zieht durch den großen Wohnraum mit Küche und Esstisch, kurz vor acht. Allmählich kommen die Bewohnerinnen und Bewohner aus ihren Zimmern. Jeder kann schlafen, solange er will, steht aber irgendwann auf, um am Gemeinschaftsleben teilzuhaben: Einkaufen auf dem Markt, Möhren schneiden für die Gemüsesuppe, Wäsche zusammenlegen, Teller abwaschen. Sie verbringen ihren Alltag miteinander, unterstützt durch Pflegekräfte und Begleiter.
 
Das haben ihre Angehörigen so beschlossen. Sie haben die Wohnung gemietet und den Pflegedienst ausgesucht, treffen sich einmal im Monat und entscheiden, was zu tun ist. Sie prüfen die Haushaltskasse und planen den nächsten Ausflug, beauftragen den Handwerker für die Renovierung und lassen sich vor allem von den Pflegekräften aus dem Alltag berichten. Das kostet Zeit. Sie haben es so gewollt, um Menschen mit Demenz in ihrer Familie oder ihrem Freundeskreis etwas Anderes zu bieten als die klassische stationäre Unterbringung.
 
Der Film zeigt das Leben in den Hamburger Wohngemeinschaften Bärenhof und Pauline-Mariannen-Stift, zeigt, wie acht bis zehn Bewohnerinnen und Bewohner ihren Alltag mit dem festen Betreuungs- und Pflegeteam verbringt und welche Aufgaben die Angehörigen übernehmen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=Y-dNYcpqDPQ    Länge: 15:30